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winter |
| Mariechaon | Erstellt am: 2008-08-11 11:43  
Ich möchte für mich langsam anfangen, neue Bilder zu finden. Worte wie Sommer, Frühling, Frühlingssonne, Schnee, Blätter, Nichts, kalt, heiss, Schatten sind inzwischen schon sehr gebraucht. Mmh. Zu engstirnig?
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| svolada ingio | Erstellt am: 2008-08-12 06:04  
nein, nein, du hast da schon recht, es fällt mir sowieso etwas schwer, mich an "vorgegebenes" zu halten und fände es schön,"freier" zu sein, habe inzwischen in der Stadtbücherei ein haiku-buch geliehen, darin waren die haikus alle in diesem stil (wortmässig), daher mein versuch und weil ich dann alles ganz genau machen wollte, ich denke haiku-meister werde ich nie, die freie lyrik liegt mir mehr, aber vielleicht solte ich mich mal an "regeln" halten lernen.
grüsse dir
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| Mariechaon | Erstellt am: 2008-08-17 19:08  
Ja! Ich glaube Regeln sind wichtig im Leben.
Ach was: fuck rules 
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| svolada ingio | Erstellt am: 2008-08-23 19:39  
bin auch gerade aus dem Urlaub gekommen (war gleichzeitig mit mir in "Klausur" zwecks Haiku), danke für deine rückmeldung, stimmt, nicht ale regeln sollte man "übergehen".- schönes wochenende johanna
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| Uwe Pfeiffer | Erstellt am: 2008-08-24 11:44  
Hallo Johanna,
*freier sein* vs *regeln*
ein haiku hat eine bestimmte funktionsweise & philosophie … regeln sind eigentlich bedingungen … damit das haiku funktioniert
im „freien vers“ sind diese indirekt ebenfalls gegeben … nur entwirfst du diese selbst im rahmen des textes … du legst mit dem text seine bedingungen (regeln) bzw. seine wirklichkeit (sprache, funktion, usw.) fest … diese sind dann für dich, den autor, bindend …
allgemeine kriterien gibt es ebenfalls … die sich auf alles … was den text betrifft … beziehen (etwas anspruchsdenkendere literaturredaktionen sind gnadenlos > die kriterien werden über diese bestimmt > es besteht eine texterwartung auf hohem niveau)
willst du zu den besseren autoren gehören … wirst du irgendwann deine eigene poetik (eine eigene sprache und technik) entwickeln & diese weiterentwickeln jahr für jahr … was wieder ein persönliches regelrahmen darstellt … an den du dich selbst z.t. bindest
hinzu kommt die lyrische forderung … nach innovativem hinsichtlich text & sprache … ohne dies zu berücksichtigen … endet alles in enttäuschung … du bist von vorneherein chancenlos
das haiku ist begrenzt und überschaubar (17 silben) … gelingende texte können durch fleiß von jedem gestaltet werden … wenn kreativer und schöpferischer geist hinzukommt … können sehr gute texte entstehen … in der modernen lyrik reicht fleiß und kreative ader bei weitem nicht … notwendiges können, kenntnis und verständnis besitzen einen viel komplexeren rahmen … das haiku findet in den stillen momenten am seeufer statt … die moderne lyrik ist dagegen hochsee mit vielen scharfen und hungrigen zähnen …
was ich damit sagen will:
die anforderungen an modernlyrische texte (die evtl. ihren weg aufs papier finden wollen) sind weit höher … was an der textkomplexität und der hundetfachen autorenkonkurrenz liegt (die jene texterwartung überall erhöht) … du kannst natürlich eine text völlig frei schreiben … aber … wenn du ihn in irgendeiner form in die kritik stellst (z.b. durch eine einsendung, die zu einer veröffentlichkeit führen soll) … findet die geglaubte unschuldige freiheit ihr ende & wird mit dem begriffen „anspruch“ konfrontiert
grüße - uwe
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| svolada ingio | Erstellt am: 2008-08-27 17:12  
Hallo, Uwe,
danke Dir für alle Mühe, die Du Dir machst! Da ich ziemlich alleine "bastle" (ohne viele Rückmeldungen durch Lyrik-Kollegen) freue ich mich über jedes "Gespräch". Mir ist schon alles klar, was Du schreibst, gerade auch über die moderne Lyrik allgemein, weil ich mich damit ja intensiv befasse. Ich weiss, dass es ohne Regeln nicht geht und stimme Dir in allem zu. Vielleicht bin ich gerade etwas sehr auf "Freiheit", weil ich seit kurzem Rentnerin bin und mich jetzt total "frei" fühle, ich denke, nach einer Weile "losgelassen" werde ich wieder zurück finden.
danke Dir noch mal. Grüsse Johanna
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